Die Proliferation von Lungenendothelzellen wird durch kleine RNA-Fragmente gesteuert | 2020

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Anonim

MicroRNAs (miRNAs) sind eine Klasse kleiner, nicht kodierender RNA-Fragmente, die - früher als genetischer Müll betrachtet - als neuartige Genregulatoren aufgetaucht sind, die wesentliche Teile des menschlichen Genoms kontrollieren. Im Zusammenhang mit pulmonaler Hypertonie wurde gezeigt, dass miRNAs die Expression des morphogenetischen Proteinrezeptors Typ II (BMPR2) steuern, der einer der Hauptregulatoren in Endothel- und glatten Muskelzellen ist. In der Dezember 2015 Ausgabe von Experimentelle Biologie und Medizin Huber et al. Von der Abteilung für Pulmonologie des Universitätsspitals Zürich und des Instituts für Veterinärphysiologie der Universität Zürich erweiterten diese Studien, indem sie annahmen, dass miRNAs über die Regulierung von BMPR2 hinaus direkt auf Zellzyklusregulatoren abzielen könnten. Ein rechnergestützter Ansatz unter Verwendung von Software-Vorhersageprogrammen identifizierte den Hypoxie-induzierten miR-125a als vielversprechenden Kandidaten. Wenn die Expression von miR-125a in kultivierten Endothelzellen durch Transfektion dieser Zellen mit einem spezifischen miRNA-Inhibitor inhibiert wurde, war die Expression von zwei wichtigen Tumorsuppressorgenen, die die Regulation des Zellzyklus steuern, erhöht, was zu einer verringerten Proliferation von Endothelzellen führte.

Diese In-vitro-Daten wurden in vivo unter Verwendung des Mausmodells der Hypoxie-induzierten pulmonalen Hypertonie, eines der etabliertesten Modelle zur Nachahmung menschlicher Erkrankungen, bestätigt. In diesem Modell entwickelten Mäuse, die 10% Sauerstoff ausgesetzt waren, einen erhöhten Lungendruck und im Gegenzug vaskuläre und rechtsventrikuläre Folgen einer pulmonalen Hypertonie. Hier wurde festgestellt, dass die Expression von miR-125a im Lungengewebe von Tieren, die einer Hypoxie ausgesetzt waren, im Vergleich zu normoxischen Kontrollen erhöht war. Interessanterweise wurde bei Mäusen mit pulmonaler Hypertonie ein niedrigerer Spiegel von miR-125a im Blutkreislauf festgestellt. Ähnliche Befunde wurden bei einer kleinen Kohorte von Patienten mit pulmonaler Hypertonie beobachtet.

Der entsprechende Autor Dr. Matthias Brock sagte: "Diese Translationsdaten weisen auf eine pathogenetische Rolle von miR-125a in der Lungengefäßbiologie hin und könnten endothelzellspezifische Veränderungen der pulmonalen Hypertonie erklären." Dr. Steven R. Goodman, Chefredakteur von Experimentelle Biologie und Medizin "Diese Studien von Brock und Kollegen sollten zu zukünftigen Studien führen, um zu bestimmen, ob verringerte Spiegel von miR-125a im Blut einen prognostischen Wert für Patienten mit pulmonaler Hypertonie haben werden."