Froschzungen: Klebrige Streifen reinen Muskels | 2020

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Anonim

"Wir haben gehörnte Frösche dazu gebracht, ihre Zunge auf eine Grille zu spucken, die sich hinter einer Glasscheibe befand", beschrieb Dr. Thomas Kleinteich vom Zoologischen Institut das Experiment. Das Glas war mit einer Lichtquelle verbunden, die die Stellen beleuchtete, mit denen die Zunge in Kontakt kam. Anschließend filmten die Forscher diese beleuchteten Bereiche mit einer Hochgeschwindigkeitskamera mit einer Zeitauflösung von 0,5 Millisekunden (eine halbe Tausendstelsekunde). Dadurch konnten sie genau beobachten, wie sich der Kontakt bildete und dann wieder getrennt wurde.

Die Zoologen untersuchten auch die Anatomie der Zungen des Frosches. Anhand von mittels Mikrocomputertomographie erstellten 3D-Modellen konnten sie sehen, wie einzelne Muskelfasern in der Zunge angeordnet waren. Demnach fächert sich der Muskel, der die Zunge zurück in den Mund des Frosches zieht, buchstäblich unter der Oberfläche der Zunge auf. Wenn der Frosch seine Zunge zurück in den Mund zieht, wird die Kraft gleichmäßig über die gesamte Oberfläche der Zunge verteilt. Kleinteich:

"Dies ist ein ähnlicher Effekt wie der Versuch, einen Streifen Sellotape vertikal von einer Oberfläche abzuziehen, anstatt von einem Ende aus zu beginnen. Dazu ist erheblich mehr Kraft erforderlich." Dies ermöglicht den Tieren, Insekten oder sogar andere Frösche oder kleine Mäuse auf einmal zu heben.