Sprachen weniger willkürlich als lange angenommen: Strukturiertere Sicht auf die Vokabularstruktur, in der Willkür durch 'Ikonizität' und 'Systematik' ergänzt wird | 2020

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Anonim

Ikonizität und Systematik

Eine davon ist die Ikonizität, bei der die Form der Wörter Aspekte ihrer Bedeutung suggeriert. Ikonizität ist im Wortschatz weiter verbreitet als oft angenommen: Sie ist in Zeichensprachen, aber auch in Ideophonen, lebendigen Sinneswörtern, die in vielen der weltweit gesprochenen Sprachen vorkommen, verbreitet. Zum Beispiel teilen viele Menschen die Intuition, dass ein Wort wie "pumbuluu" eher "fett" als "schlank" bedeutet. Ikonizität kann beim Lernen und bei der Kommunikation helfen, obwohl nicht alle Bedeutungen ikonisch ausgedrückt werden können.

Eine andere ist die Systematik, die eine statistische Beziehung zwischen den Lautmustern einer Wortgruppe und ihrer grammatikalischen Verwendung beinhaltet. Untersuchungen der Co-Autoren Padraic Monaghan und Morten Christiansen haben gezeigt, dass subtile Muster in den Klängen von Wörtern den Sprechern helfen können, Substantive von Verben in Japanisch, Englisch, Niederländisch und Französisch zu unterscheiden. Beispielsweise sind Verben auf Englisch im Durchschnitt etwas kürzer als Substantive. Solche subtilen Unterschiede können den Menschen helfen, die grammatikalischen Kategorien ihrer Sprache zu lernen.

Interdisziplinäres Team

Ein wesentlicher Beitrag des Beitrags ist die Überlegung, wie die drei Form-zu-Bedeutung-Entsprechungen in der Sprache koexistieren können. Die Forschung zeigt, dass jeder von ihnen unterschiedliche Vorteile in Bezug auf Sprachverarbeitung, Lernen und Kommunikation bietet, und dies ist der Schlüssel zu ihrem Zusammenleben. "Worte sind nicht nur abstrakte Ideen", sagt Dingemanse. "Sie sind Werkzeuge, und die Art und Weise, wie sie gelernt und eingesetzt werden, beeinflusst ihre Form." Neue Forschungen aus dem weitläufigen Bereich der kulturellen Evolution, die untersuchen, wie sich kulturelle Gegenstände im Laufe der Zeit entwickeln, können helfen, die Strukturierung von Beliebigkeit, Ikonizität und Systematik im Wortschatz zu erklären, wie das internationale Autorenteam vorschlägt.

Das Papier wurde von Dingemanse mit Damián Blasi vom Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften und vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Gary Lupyan von der Universität Wisconsin-Madison, Morten Christiansen von der Cornell University und der University of Southern Denmark, und geschrieben Padraic Monaghan von der Lancaster University. Die Autoren decken ein breites Feld der Kognitionswissenschaften ab, von Linguistik und experimenteller Psychologie bis hin zu kultureller Evolution, Mathematik und Sprachtypologie. Blasi: "Um Erkenntnisse aus so vielen unterschiedlichen Literaturen zusammenzuführen, braucht man ein solches Team. Die Sprachwissenschaften werden immer interdisziplinärer."

Drei Imbissbuden über die Forschung:

  • Sprache ist weniger willkürlich als angenommen: Die Laute und Formen von Wörtern können Aspekte der Bedeutung und der grammatikalischen Funktion enthüllen
  • Das Papier fasst einen sich abzeichnenden Konsens auf dem Gebiet zusammen, dass Willkür erforderlich ist, aber nicht ausreicht, um die Vokabularstruktur zu berücksichtigen
  • Verfasst von einem Expertenteam aus 7 akademischen Institutionen weltweit.