Neue Formel für Lebenszufriedenheit | 2020

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Anonim

Bringt Geld Glück? Eine Studie von Professor Christian Bayer von der Universität Bonn liefert neue Antworten auf diese oft diskutierte Frage. In dem Projekt untersuchte Prof. Bayer zusammen mit seinem Kollegen Prof. Falko Jüssen von der Bergischen Universität Wuppertal, wie sich ein höheres Einkommen und eine höhere Arbeitsbelastung auf die allgemeine Lebenszufriedenheit auswirken.Ihre Erkenntnisse waren eindeutig: Mehr Geld macht Menschen glücklicher - aber nur, wenn das Einkommen langfristig steigt. Eine vorübergehende Erhöhung hat keine nennenswerten Auswirkungen auf die Zufriedenheit eines Mitarbeiters, auch wenn es sich um eine starke Erhöhung handelt. Eine dauerhafte Einkommenssteigerung führt dagegen zu einer deutlichen Steigerung des Wohlbefindens, auch wenn die Erhöhung gering ist.

Wer immer mehr Arbeit hat, ist weniger glücklich

Die Forscher identifizierten eine zweite wichtige Art und Weise, wie das Berufsleben das persönliche Glück beeinflusst: die Anzahl der Stunden, die Mitarbeiter arbeiten. "Wer konsequent mehr arbeiten muss, wird weniger glücklich", sagt Prof. Bayer, Dozent und Forscher am Institut für Makroökonomie und Ökonometrie der Universität Bonn. "Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu vielen anderen Studien, aus denen hervorgeht, dass Menschen zufriedener sind, wenn sie einen Job haben als gar keinen." Die neue Studie legt nahe, dass Arbeitslose unter dem Mangel an Einkommen und nicht unter dem Mangel an Beschäftigung an sich leiden.

Für ihr Studium entwickelten die mathematischen Ökonomen einen neuen Ansatz, um den Zusammenhang von Einkommen und persönlichem Glück zu analysieren. Während frühere Studien zu diesem Thema ausschließlich auf statischen Modellen beruhten, berücksichtigten Prof. Bayer und Prof. Jüssen auch die Dynamik sich ändernder Einkommensniveaus. Wie sich herausstellte, war dies ein wichtiger Schritt für ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Einkommen und Arbeitszeit auf das Wohlbefinden. Langfristige Einkommenssteigerungen wirken sich ganz anders auf die Zufriedenheit eines Mitarbeiters aus als eine vorübergehende Erhöhung. Frühere Studien hatten diese Unterscheidung nicht berücksichtigt und alle Einkommensänderungen gleich behandelt.

Die Formel des Glücks

Die Studie belegt auch, dass ein funktionierender Finanzmarkt wichtig ist, um die Auswirkungen von Einkommensschwankungen und Mehrarbeit auf das Wohlergehen einer Person auszugleichen. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Löhne und Arbeitszeiten mehr mit dem Glück und / oder Unglück eines Arbeitnehmers zu tun haben als bisher angenommen", sagt Prof. Bayer. "Die Formel für mehr Lebenszufriedenheit scheint also zu lauten: Immer mehr Geld bei gleicher Arbeitsstundenzahl."