Menschen schreiben Menschen, die sie nicht erfüllen können, routinemäßig moralische Verpflichtungen zu | 2020

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Anonim

Professor John Turri und der Postdoktorand Wesley Buckwalter vom Institut für Philosophie in Waterloo untersuchten den Zusammenhang zwischen der moralischen Verpflichtung, etwas zu tun, und der Fähigkeit, etwas zu tun. Traditionelle philosophische Weisheit sagt, dass "sollte kann impliziert." Ihre kürzlich durchgeführte Studie ergab jedoch, dass Menschen Menschen, die sie nicht erfüllen können, routinemäßig moralische Verpflichtungen zuschreiben.

"In einem Experiment haben die Teilnehmer einen Fall betrachtet, in dem zwei Schwimmer ertrinken", erklärt Buckwalter. "Weil die ertrinkenden Schwimmer so weit voneinander entfernt sind, kann der diensthabende Rettungsschwimmer den einen oder anderen retten, aber nicht beide. Obwohl der Rettungsschwimmer beide Schwimmer buchstäblich nicht retten kann, urteilte die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer, dass der Rettungsschwimmer immer noch da war dazu verpflichtet. "

Das Forschungsteam führte acht Experimente durch, um den Zusammenhang zwischen verschiedenen moralischen Anforderungen und Fähigkeiten bei gewöhnlichen moralischen Bewertungen zu testen. Die Teilnehmer wurden in Gruppen eingeteilt, gebeten, eine Geschichte zu lesen, in der verschiedene Unfähigkeiten (kurzfristig oder langfristig, physisch oder psychisch) beschrieben wurden, und anschließend Fragen zu moralischer Verpflichtung oder Schuld zu beantworten.

Die Studie enthüllte auch wichtige Unterschiede zwischen der Art und Weise, wie Menschen physische und psychische Unfähigkeit wahrnehmen.

"Die Menschen sind weniger bereit zu glauben, dass ein Agent aufgrund einer klinischen Depression nicht in der Lage ist, ein Auto zu fahren, als dass er körperlich verletzt ist", sagte Professor Turri. "Darüber hinaus sind die Menschen eher bereit, Agenten, die an psychischen Behinderungen leiden, die Schuld zu geben. Diese Asymmetrie könnte die Annahme widerspiegeln, dass Menschen geistige Behinderungen, wie beispielsweise klinische Depressionen, auf eine Weise überwinden können, dass sie beispielsweise ein gebrochenes Bein nicht einfach überwinden können." "

Diese Erkenntnisse können auch auf Themen wie die Flüchtlingskrise der europäischen Nationen und die Einwanderungsreform im Vordergrund der US-amerikanischen Politik zutreffen.

"Eine wichtige praktische Frage ist, inwieweit diese Nationen in der Lage sind, allen Bedürftigen auf der ganzen Welt zu helfen", sagte Buckwalter. "Eine andere Frage besteht darin, herauszufinden, wozu diese Nationen moralisch verpflichtet sind. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die moralische Frage nach Ansicht der meisten Menschen nicht einfach dadurch geklärt wird, dass man zum Beispiel lernt, dass eine Nation nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen kann."

Professor Turri, Buckwalter und ihre Forschungskollegen untersuchen derzeit, warum Menschen mit geistigen Behinderungen eher die Schuld geben oder stigmatisieren. Fortschritte in dieser Frage könnten wichtige soziale Vorteile haben, z. B. die Verbesserung der Behandlung und der Erfahrung von Patienten mit psychischer Gesundheit.