Das Twitter-Sentiment bietet Hinweise auf die Aktienperformance, wie Studien belegen | 2020

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Anonim

Der stellvertretende Professor der John Hopkins Carey Business School, Jim Kyung-Soo Liew, hat sich auf die Untersuchung von Social-Media-Daten auf mögliche Signale für Marktverhalten spezialisiert. Eine frühere Studie, die er für das Journal of Portfolio Management schrieb, stellte einen starken Zusammenhang zwischen der Stimmung von Twitter-Posts und der Leistung eines Börsengangs fest. Vom Angebotspreis bis zum Handelsschluss am ersten Handelstag spiegelt das Twitter-Sentiment die negative oder positive Performance des Börsengangs wider. Dies geht aus der Studie hervor, die laut Liew als erste den Zusammenhang zwischen Tweet-Sentiment und Börsengang genau untersuchte. Liew verfolgte seine IPO-Arbeit mit einem Papier, das feststellte, dass die Stimmung bei Tweets die "Post-Earnings Announcement Drift" (PEAD) genauer vorhersagen könnte als herkömmliche Vorhersagemethoden. (PEAD tritt auf, wenn die kumulierten abnormalen Renditen einer Aktie nach Bekanntgabe eines positiven Gewinns für Wochen oder Monate abwandern.)

Das neueste Forschungspapier, erscheint in Das Journal of Portfolio Management zeigt, dass tweet-artige Posts auf der StockTwits-Plattform für Finanzmikro-Blogs an einem bestimmten Tag in engem Zusammenhang mit dem Verhalten der Aktie stehen, über die an diesem Tag getwittert wird. Laut Liew sollte diese Nutzung von sozialen Medien zur Bestimmung der Aktienperformance als "sechster Faktor" zum in Finanzkreisen bekannten famafranzösischen Fünf-Faktoren-Modell als Methode zur Erklärung des Marktverhaltens hinzugefügt werden.

Liew und sein Co-Autor, Associate Professor Tamas Budavari von der Johns Hopkins Krieger School of Arts and Sciences, erhielten Zugang zu allen StockTwits-Beiträgen von 15 Unternehmen, die von Januar 2012 bis Oktober 2015 die meisten Twitter-Kommentare verfasst haben: Apple, Facebook, Netflix , Yahoo, Amazon, Google, Disney und American Airlines unter ihnen. Personen, die auf StockTwits posten, können in ihren Tweets angeben, ob sie eine Aktie positiv ("bullish") oder negativ ("bearish") bewerten. Diese Daten wurden nach Hinweisen auf einen Zusammenhang zwischen Tweets und Aktienkursen durchsucht. Die Forscher stellten fest, dass "eine besondere intuitive Beziehung zwischen Tweet-Stimmung und Preisen im Zeitverlauf besteht. Wir zeigen nämlich, dass die aggregierte tägliche Stimmung für die täglichen Aktienrenditen von Bedeutung ist. Positive Stimmung ist mit positiven Renditen verbunden. "

Sie führen als Paradebeispiel die Wertentwicklung der Apple-Aktie an. Im Zeitraum 2012-2015 wurden täglich zwischen 1.000 und 2.000 StockTwits-Posts zum Technologieunternehmen erstellt. Der Prozentsatz bullischer Tweets über die Aktie blieb von Mitte 2013 bis etwa zwei Jahre später hoch, was einem nahezu kontinuierlichen Anstieg des Aktienkurses in dieser Zeit entsprach. Der zinsbullische Prozentsatz der Tweets ging dann leicht zurück, ebenso wie der Kurs der Apple-Aktie, was anscheinend das Argument der Forscher untermauert.

"Wenn sich Apple innerhalb eines Tages gut behauptet, twittern die Teilnehmer mit einer optimistischen Stimmung, was zeigt, dass eine positive Korrelation zwischen gleichzeitigen Preisbewegungen und Tweet-Stimmungen besteht", erklärt Liew.

Einige Kritiker geben zu, dass der Echtzeitstatus eines Tweets ihn beispielsweise nach Minuten oder Stunden irrelevant machen kann. Laut Liew unterscheiden sich die Forschungsergebnisse jedoch: "Es scheint eine starke positive Beziehung zwischen der täglichen Zeitreihe aggregierter Tweet-Stimmungen und den entsprechenden Sicherheitsrenditen zu bestehen."