Zellmarker ermöglichen Prognose des Infektionsverlaufs: Forscher identifizieren neuen molekularen Marker für Killerzellen | 2020

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Anonim

Das Immunsystem verteidigt uns gegen Krankheitserreger und Krebszellen. Dabei werden Immunzellen gebildet, die infizierte Zellen oder Krebszellen gezielt angreifen und abtöten, was typisch für die Wirkung von Krankheitserregern ist. Aus diesem Grund werden sie auch als Killerzellen bezeichnet. Bisher war es schwierig, im Falle einer Infektion vorherzusagen, wie viele dieser Killerzellen aktiv sein würden und wie effektiv der Körper die Krankheit bekämpfen könnte.

Charakteristische Marker für Killerzellen

"Die Beurteilung der Fähigkeit eines Patienten, eine Infektion zu kontrollieren, war schon immer ein langwieriger Prozess, da es keine Marker gab, um Killerzellen - die eigentliche" Task Force "des Immunsystems - zuverlässig zu kennzeichnen", erklärt Prof. Percy Knolle, Leiter des Instituts für Molekulare Immunologie & Experimentelle Onkologie am Universitätsklinikum rechts der Isar. "Diese Art der Vorhersage ist jedoch äußerst wichtig für die Auswahl eines geeigneten Behandlungsverlaufs."

Percy Knolle und sein Team haben es nun erstmals geschafft, einen Marker für Killerzellen zu identifizieren. Ihre Ergebnisse wurden in der Zeitschrift veröffentlicht Naturkommunikation . Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein Molekül - der CX3CR1-Rezeptor - nur auf der Oberfläche dieser Killerzellen vorkommt. Sie zeigten dies zunächst an Infektionsmodellen mit Mäusen und überprüften ihre Ergebnisse anschließend in einer Studie an menschlichen Patienten.

Weniger Killerzellen bei chronischen Infektionen

Bei einigen Patienten können Virusinfektionen wie Hepatitis B chronisch werden, d. H. Eine bestimmte Menge des Virus verbleibt permanent im Körper. Das Immunsystem kann die Infektion nicht kontrollieren und die Krankheit ist nicht vollständig geheilt. Die Wissenschaftler fragten sich, ob der Grund dafür bei den Killerzellen liegen könnte. Um dies herauszufinden, verwendeten sie ihren neu entdeckten Marker.

Sie starteten eine Patientenstudie mit Teilnehmern mit chronischen Hepatitis-Infektionen und stellten fest, dass diese Patienten nur eine sehr geringe Anzahl von Killerzellen hatten, die gegen Hepatitis-Viren gerichtet waren. Im Gegensatz dazu hatten die Patienten viele Killerzellen gegen andere Virusinfektionen entwickelt, die sie im Laufe ihres Lebens überwunden hatten. "Es scheint, dass der Mangel an spezifischen Killerzellen der Grund dafür ist, dass einige Infektionen chronisch werden und die Patienten die Viren nicht effektiv abtöten können", erklärt der Wissenschaftler.

Percy Knolle sieht großes Potenzial in den Ergebnissen: "Der neue Marker wird Vorhersagen über den Verlauf von Infektionen viel schneller und präziser machen. Wir müssen nur dem Patienten Blut entnehmen und die Anzahl der Killerzellen mithilfe des neuen Markers identifizieren. " So könne frühzeitig eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.